Fremdwährungskredit

FremdwährungskreditDurch die zunehmende Globalisierung gibt es heute auch im Finanzbereich eine deutlich größere Menge an verschiedenen Angeboten, die der Kunde im Bereich Geldanlage oder im Finanzierungsbereich nutzen kann. Neben den inländischen Filialbanken und den Direktbanken bieten schon einige Jahre auch ausländische Banken den deutschen Kunden verschiedene Produkte an. Zu diesen Produkten aus dem Kreditbereich zählt unter anderem auch der Fremdwährungskredit. Angeboten wird dieser Kredit von ausländischen Banken über deren Internetseite oder auch über Kreditvermittler, sodass auch potenzielle Kreditnehmer aus Deutschland die Gelegenheit erhalten, diese speziellen Darlehen nutzen zu können. Die Haupteigenschaft der Fremdwährungskredite, vor allem im Vergleich zu den inländischen Darlehen, lässt sich bereits am Namen des Kredites ableiten. Denn kennzeichnend für den Fremdwährungskredit ist in erster Linie die Tatsache, dass der Kredit aus Sicht des Kreditnehmers in einer fremden Währung vergeben wird, also nicht in Euro.

Wann die Nutzung eines Fremdwährungskredites sinnvoll sein kann


Der Fremdwährungskredit ist von der Kreditart her mit einem endfälligen Darlehen zu vergleichen, welches sicherlich vielen Verbrauchern bereits im Zusammenhang mit einer Immobilienfinanzierung ein Begriff ist. Somit zahlt der Kreditnehmer nach der Nutzung des Kredites im Rahmen der monatlichen Kreditraten nur die Zinsen, während die Tilgung erst am Ende der Laufzeit erfolgen muss. Nur aufgrund dieser Tatsache kann auch ein möglicher Vorteil genutzt werden, den viele Kreditnehmer mit dem Fremdwährungskredit verbinden, nämlich möglichst Währungsgewinne zu erzielen. Genutzt wird das Fremdwährungsdarlehen nahezu ausschließlich im Zuge einer Immobilienfinanzierung. Sinnvoll kann die Nutzung aus zwei Gründen sein, die allerdings jeweils vom Kreditsuchenden bei der Entscheidung für oder gegen einen Fremdwährungskredit berücksichtigt werden sollten. Der erste Grund sind mögliche Zinsvorteile aufgrund einer günstigen Zinssituation im Ausland und der zweite Grund sind mögliche Währungsgewinne

Günstige Zinsen und mögliche Währungs- gewinne als Vorteil des Fremdwährungskredites

Ein Fremdwährungsdarlehen aufzunehmen kann dann von Vorteil sein, wenn in dem Land, in welchem die kreditgebende ausländische Bank ansässig sind, die Kreditzinsen im Bereich der Hypothekenzinsen auf einem niedrigeren Niveau sind, als es im Inland der Fall ist. So könnte es zum Beispiel sein, dass in Deutschland die Hypothekenzinsen bei fünf Prozent liegen, während man beispielsweise in den USA durchschnittlich aufgrund des niedrigeren Zinsniveaus nur 3,50 Prozent zahlen müsste. In solch einem Fall würde es sich von den Zinsen her also lohnen, einen Fremdwährungskredit in US-Dollar aufzunehmen. Der zweite mögliche Vorteil, den sich viele Kreditnehmer von einem Fremdwährungsdarlehen erhoffen, sind Währungsgewinne. Diese Währungsgewinne können deshalb zustande kommen, weil der Kreditnehmer praktisch zweimal die eigene Währung gegen die Fremdwährung eintauschen muss. Bei der Kreditaufnahme bekommt man das Darlehen im Beispiel in US-Dollar ausgezahlt und muss diese dann in Euro tauschen. Später bei der Tilgung des Darlehens muss man hingegen die Euro gegen US-Dollar eintauschen, da der Kredit in der ausgegebenen Währung getilgt werden muss. Innerhalb dieses Zeitraumes, also zwischen Kreditaufnahme und Tilgung, wird sich der Währungskurs des US-Dollars gegenüber dem Euro natürlich verändert. Die Änderung kann für den Kreditnehmer negativ oder eben positiv sein.

Wann fallen Währungsgewinne und wann Währungsverluste an?

Der Kreditnehmer hofft stets darauf, dass der Wert der Fremdwährung, in welcher das Fremdwährungsdarlehen ausgezahlt und getilgt werden muss, im Laufe der Zeit gegenüber dem Euro sinkt. In diesem Fall würde der Kreditnehmer nämlich Währungsgewinne erzielen können. Steigt jedoch der Wert der fremden Währung im Verhältnis zum Euro, so muss der Kreditnehmer leider Währungsverluste hinnehmen. Klar werden diese beiden möglichen Konstellationen an einer Beispielrechnung. Angenommen der Kreditnehmer Herr Muster möchte für 100.000 Euro ein Fremdwährungsdarlehen in US-Dollar aufnehmen. Der Kurs des Dollars gegenüber dem Euro beträgt bei der Auszahlung des Darlehens 1,41 Dollar. Herr Muster erhält also ein Darlehen über 141.000 US-Dollar im Gegenwert von 100.000 Euro. Sollte der Kurs des Dollars jetzt am Fälligkeitstag des Darlehens auf 1,45 Dollar gesunken sein, könnte Herr Muster einen Währungsgewinn verbuchen. Dieser würde rund 2.750 Euro betragen, denn um die 141.000 US-Dollar zu bekommen muss Herr Muster rund 97.250 Euro aufwenden, obwohl er zuvor ein Darlehen im Gegenwert von 100.000 Euro bekommen hat. Wäre der Wert des US-Dollars allerdings nicht gefallen sondern beispielsweise um vier Cent auf 1,37 Dollar gestiegen, so hätte Herr Muster einen Währungsverlust von 2.750 Euro erlitten.

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