Mikrokredite

MikrokrediteMikrokredite auch Kleinstkredite genannt, werden meist von nichtstaatlichen Organisationen in Entwicklungsländern an kleine Unternehmen zur finanziellen Förderung vergeben.

Geschichte der Mikrokredite

Mikrokredite sind keine neue Erfindung und werden im Bereich der Entwicklungspolitik sehr häufig angewandt. Vor ungefähr 150 Jahren wurde das erste Modell nach dem Selbsthilfe- und Solidaritätsprinzip entwickelt. In Bangladesch gab es im Jahre 1976 das erste Programm, welches von Muhamma Yunus erstellt wurde. Daraus ging dann Anfang der 80iger Jahre die Grammen Bank hervor. 2006 erhielten die Grameen Bank für Ihre Bemühungen den Friedensnobelpreis da diese Entwicklungsmöglichkeiten eine gute Hilfe für Drittländer war.

Anfang der 90er Jahre kam diese Idee dann auch nach Europa und wurde als erste Finanzhilfe für Existenzgründer aus der Arbeitslosigkeit angeboten und sehr gern angenommen. Auch in den Niederlanden und in Frankreich wurden Mikrokredite von einer gemeinnützigen Adie an Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger vergeben.

1995 wurde von der Weltbank die CGAP gegründet. Dies ist eine Beratungsgruppe mit dem Ziel Mikrokredite von bereitgestellten Geldern in Höhe von 200 Millionen Dollar zu vergeben.

Arbeitsweise der Banken und Organisationen


Für die Rückzahlungen der Mikrokredite sollte eine akzeptable Methode ermöglicht werden. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Einmal die sogenannte Gruppenbildung. Hier wird eine Gruppe von fünf oder sechs Kreditnehmer gebildet, die nacheinander eine Zahlung bekommen und füreinander bürgen. Bei dieser Variante wird bei regelmäßiger Zahlung ein Folgekredit in Aussicht gestellt.

Weiterhin gibt es die Möglichkeit eines einzelnen Kreditnehmers. Hier prüft die Bank das Geschäftsmodell der Person und passt dementsprechend die Rückzahlung, entweder wöchentlich oder monatlich an. Einige Banken vergeben die Mikrokredite nur an Frauen, da diese den Frauen mehr Zuverlässigkeit in Bezug auf die Rückzahlung zusprechen.

Verzinsung und Rückzahlung des Mikrokredites

Bei dieser Art von Kredit enstehen keine Zinseszinsen. Lediglich wird ein einfacher Zinssatz meistens in Höhe von 20% abverlangt. Der Grund für die hohe Verzinsung wird mit einer intensiveren Beratung und höheren Kosten für den Aufwand begründet.
Die Gelder für die Mikrofinanzierung stammen teilweise aus Spareinlagen der Bevölkerung und internationalen Banken und Organisationen.

Finanzierung von Mikrokredite in Deutschland

In Deutschland werden die Mikrofinanzierungsangebote von der Bundesregierung stetig weiter ausgebaut. Dafür wurde Anfang 2010 ein Fond eingerichtet, von dem Kleinstkredite der Mikrofinanz-Bank an kleine Unternehmen oder Firmenneugründungen vergeben werden. Bis Ende 2010 soll diese deutschlandweit Finanzierungsangebote bereitstellen.
Weltweit betrachtet gibt es circa 70.000 Mikrofinanz-Institute. Die Bekanntesten und auch weit Verbreitesten sind das deutsche Mikrofinanz Institut und die FINCA International (USA)

Praxis und Kritik

Im April erreichten die Mikrokredite ein Gesamtvolumen von ca 60 Milliarden US-Dollar.
Bedenklich für die Banken ist jedoch die Kreditvergabe an ganz verarmte Personen, da diese höchstwahrscheinlich nicht genügend Einkommen erzielen werden, um den Kredit zurückzahlen zu können. Bei der Vergabe des Mikrokredites wird oft eine zusäztliche Sparmöglichkeit angeboten, um nicht der Schuldenfalle zu erliegen, aus der man gerade als weibliche Zielgruppe aus Sicht der Banken nur schwer wieder herauskommt.

Mikrokredite werden auch von anderen Kreditinstituten vergeben. Hier liegen die Prozentsätze meist über 100%. Hier wird auch von Fachleuten befürchtet, das dadurch die Verarmung und die Verschuldung der Kreditnehmer weiter steigt. Bei den meisten Banken stehe der eigene Profit im Vordergrund, nicht der ursprüngliche Gedanke einer Entwicklungshilfe.

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