Realkredit

RealkreditBeim Realkredit handelt es sich um einen speziellen Kredit, der sowohl von den Universalbanken, also von Großbanken, Privatbanken, Sparkassen und Volksbanken vergeben wird, als auch von den Realkreditinstituten (Hypothekenbanken). In der Praxis ist der Realkredit den meisten Verbrauchern besser unter dem Namen Hypothekendarlehen bzw. Immobilienkredit bekannt. Kennzeichnend für diese Kreditart ist vor allen Dingen, dass diese Art von Darlehen stets durch ein so genanntes Grundpfandrecht abgesichert wird, also durch eine Hypothek bzw. durch eine Grundschuld. Dabei darf diese Absicherung offiziell maximal 60 Prozent des Beleihungswertes auf Basis des Verkehrswertes der finanzierten Immobilie betragen.

Die Eigenschaften und Merkmale des Realkredites


Der Realkredit ist fast immer ein Kredit mit einer sehr langen Laufzeit. Nicht selten beträgt die Gesamtlaufzeit dieses Hypothekendarlehens 20 oder 30 Jahre. Es gibt drei unterschiedliche Versionen dieses Kredites, nämlich das Annuitätendarlehen, das Tilgungsdarlehen und das endfällige Darlehen. Selten genutzt wird das Tilgungsdarlehen, während das Annuitätendarlehen von den weitaus meisten Kreditnehmern im Bereich Realkredite in Anspruch genommen wird. Diese Variante ist dadurch gekennzeichnet, dass die Darlehensrate sowohl aus dem Tilgungsanteil als auch aus dem Zinsanteil besteht, wobei der Zinsanteil wegen der Tilgungsverrechnung immer geringer wird. Da der Realkredit vor allem zur Finanzierung eines Immobilienerwerbs oder für die Finanzierung des Baus einer Immobilie genutzt wird, liegen auch die Darlehenssummen meistens im Bereich von mehr als 100.000 Euro. Im Vergleich mit anderen Kreditarten sind die Zinssätze beim Realkredit für den Kreditnehmer sehr günstig und bewegen sich seit einigen Jahren bis heute (2010) kaum über fünf Prozent (effektiver Jahreszins).

Die Einsatzgebiete des Realkredites

Zu rund 80 Prozent wird ein Realkredit von Verbrauchern dann in Anspruch genommen, wenn man den Erwerb oder auch den Bau einer Immobilie finanzieren möchte. Neben dem Bauspardarlehen und dem KfW-Kredit ist das Hypothekendarlehen hierzulande auch die einzige Darlehensart, die für diesen Verwendungszweck geeignet ist. Weitere Einsatzgebiete des Realkredites sind die Finanzierung von Sanierungsmaßnehmen, Umbauten, Anbauten oder größeren Renovierungen, welche ebenfalls meistens mit Grundpfandrechten abgesichert werden müssen. Während noch vor 10 Jahren zumeist die Hypotheken von den Banken als Absicherung gewählt wurde, steht heute die Grundschuld als Kreditsicherheit beim Realkredit ganz eindeutig im Vordergrund, weil diese umfassender und weniger an die exakte Forderung gebunden genutzt werden kann.

Die Wahl des passenden Zinssatzes beim Realkredit

Ein wichtiger Aspekt beim Realkredit ist, dass sich der Kunde für die „richtige“ Art der Zinsgestaltung entscheidet. Während beim Ratenkredit oder auch beim Dispokredit in dieser Hinsicht keinerlei Auswahlmöglichkeiten bestehen, stellt sich die Situation beim Hypothekendarlehen anders dar. Zunächst muss der Kreditnehmer die grundsätzliche Entscheidung treffen, ob er einen variablen oder einen festen Zinssatz nutzen möchte. Beide Arten der Zinsgestaltung haben in verschiedenen Situationen ihre Vor- und Nachteile. Die Wahl eines variablen Zinssatzes ist für den Kreditnehmer immer dann sinnvoll, wenn die Hypothekenzinsen sehr hoch sind und in der Zukunft damit gerechnet werden kann, dass die Zinsen fallen werden. Die Vereinbarung einer Zinsfestschreibung ist hingegen in der gegenteiligen Situation sinnvoll, wenn also das Zinsniveau niedrig ist und die Zinsen Zukunft eher steigen werden. Bezüglich der Dauer der Festschreibung sollte man sich danach richten, auf welchem Niveau sich die Zinsen aktuell befindet. Nimmt man die derzeitige Situation (Mitte 2010) als ein Beispiel, so ist eine möglichst lange Zinsbindung zu empfehlen, da die Hypothekenzinsen noch niemals zuvor so niedrig waren und es vielleicht auch nie wieder sein werden.

© Franz Pfluegl – Fotolia.com

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