Schuldensituation deutscher Haushalte

Schuldensituation der deutschen Haushalte

Nicht nur das enorme Haushaltsloch vieler europäischer Staaten, darunter auch Deutschland, ist im Jahre 2010 ein brisantes Thema, sondern auch die Schuldensituation deutscher Haushalte stellt sich alles andere als erfreulich dar. Anhand von Statistiken kann eindeutig belegt werden, dass die Schuldensituation insgesamt in den Privathaushalten seit sehr langer Zeit nicht mehr, nämlich seit dem 2. Weltkrieg, auf dem „schlechten“ Niveau gewesen ist, wie es aktuell (2010) der Fall ist.

Zahlen und Fakten zur Schuldensituation deutscher Haushalte


Kennzeichnend für die Schuldensituation der Privathaushalte ist unter anderem auch eine Aussage von Dieter Plambeck (Präsident Verband deutscher Inkassounternehmen), der die Situation in 2010 als „So schlimm war es noch nie“ bezeichnet. Vor allen Dingen bei der jüngeren Generation scheint sich immer mehr die Devise durchzusetzen „Heute kaufen, morgen zahlen“. Aber die Schuldensituation stellt sich nicht nur bei den Privathaushalten sehr negativ dar, sondern auch im gewerblichen Bereich. Laut Angaben des BDIU sollen im Jahre 2010 rund 41.500 Unternehmen Insolvenz anmelden müssen, was gegenüber 2009 eine Steigerung von rund 30 Prozent bedeuten würde. Eine direkte Folge wäre der Verlust von mehr als 600.000 Arbeitsplätzen. Dieser Verlust der Arbeitsplätze wird sich natürlich auch weiterhin verschlechternd auf die privaten Haushalte und deren Schuldensituation auswirken. Nach Studien zufolge sind derzeit rund 3,4 Millionen Haushalte in Deutschland nicht nur verschuldet, sondern überschuldet, also nicht mehr in der Lage, die gemachten Schulden wie vereinbart zu begleichen. Somit sind ungefähr sechs Millionen Bürger in Deutschland überschuldet, die indirekt betroffenen Kinder dieser Familien noch nicht einmal mit gerechnet.

Was sind die Ursachen der Verschuldung / Überschuldung?

Die sehr negative Schuldensituation deutscher Haushalte hat natürlich ihre Gründe und Ursachen, die ebenfalls in zahlreichen Statistiken erfasst werden können. Der Hauptgrund für die Überschuldung in Deutschland, und somit natürlich auch für die schlechte Schuldensituation deutscher Haushalte, ist tatsächlich mit rund 30 Prozent die Arbeitslosigkeit, welche automatisch Einkommensverluste zur Folge hat. Somit ist das zuvor noch vorhandene frei verfügbare Einkommen deutlich reduziert bzw. nicht mehr vorhanden, sodass „plötzlich“ Kreditraten nicht mehr bezahlt werden können, die man zuvor noch problemlos tragen konnte. Der zweite Hauptgrund der Überschuldung ist im Bereich „Änderung der Lebensumstände“ zu suchen. Damit sind vor allen Dingen eine Scheidung oder der Tod des Ehepartners/Lebenspartners gemeint. Auch diese Änderung hat natürlich negative finanzielle Konsequenzen, die dann eben häufig auch zur Verschlechterung der Schuldensituation führen können. Zu den weiteren Gründen für eine Überschuldung zählen unwirtschaftliche Haushaltsführung, Erkrankung & Unfall, Existenzgründung oder eine gescheiterte Immobilienfinanzierung.

Was für die Verbesserung der Schuldensituation getan werden kann

Im Grunde muss man die Schuldensituation deutscher Haushalte in zwei Bereiche trennen. Manche der genannten Ursache für die Überschuldung lassen sich auch bei größter Anstrengung nicht vermeiden, andere Gründe wiederum könnten bei verändertem Verhalten zukünftiger deutlich weniger Gewicht erhalten. So sind zum Beispiel Arbeitslosigkeit, Tod des Partners, ein Unfall oder eine schwere Erkrankung einfach ein schlimmer Schicksalsschlag, der zwar zur Überschuldung führen kann, den man aber leider auch nicht vermeiden kann. Anders sieht es natürlich bei Gründen wie unwirtschaftliche Haushaltsführung und Existenzgründung aus. Hier ist es durchaus möglich, durch besseres Informieren und verändertes Verhalten Einiges dazu beizutragen, dass sich die Schuldensituation deutscher Haushalte auf Dauer wieder etwas positiver gestaltet.

Quellenangabe: http://www.visionalug.de/schuldensituation.htm

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